Nr.Lyngvig Fyr

Leuchtturm, Café und Shop auf Holmsland Klit


Holmsland Klitvej 109
6960 Hvide Sande
levendehistorie.dk/lyngvigleuchtturm
www.facebook.com/Lyngvigfyr
Email: lf@levendehistorie.dk


Wer mich oder meine Homepage (www.mooseman.de) kennt, weiß, dass dieser Leuchtturm zu meinen Favoriten gehört. Wir kennen uns schon lange – Lyngvig Fyr und ich – fast seit meiner Geburt möchte man meinen. Das Geburtsjahr des Leuchtturms lag etwas davor – 1906 – wie es über dem Eingangsportal verewigt ist.  Am 3. November 1906 erblickte sein Licht die Welt – seine Zeugung verdankt er einem tragischen Ereignis im Jahre 1903, bei dem 24 norwegische See-leute bei der Strandung des Dampfers „Avona“ ums Leben kamen.

Er war ein Nachzügler – der letzte an der jütländischen Westküste erbaute Leuchtturm, dafür aber mit 38 Metern der höchste Dänemarks. Da er auf einer 17 Meter hohen Düne verweilt bringt er es insgesamt auf 53 Meter über Meereshöhe und leuchtet damit bis zu 40km (22 Seemeilen)  weit auf das Meer – sein eindeutiges Erkennungsmerkmal ist ein weißer Blitz alle 5 Sekunden (Fl W 5s – Flash White 5seconds).

Auch wenn das Bauwerk auch von außen eine gute Figur macht, ist der grandiose Ausblick von der oberen, umlaufenden Plattform das Erklimmen der 228 Treppenstufen wert (so man  Wendeltreppen mag und auf dem Niveau eines Langstreckenläufers ist).
79 der Stufen sind übrigens schon auf dem Weg vom Eingangs-Drehkreuz bis zum Leuchtturm-Eingang – um die Düne zu Erklimmen. Vor dem Drehkreuz im Außenbereich ist auch noch ein Minimuseum mit Informationen zur Natur zu finden.

Die Fresnellinse des Leuchtturms, die das Licht der kontinuierlich brennenden Quelle bündelt, wurde ursprünglich von einer Art Uhrwerk rotiert – das Gewicht zum Antrieb der Drehung hing im Inneren des Turms und hatte die gesamte Höhe des Turmes zur Verfügung – trotzdem musste das Gewicht alle 4 Stunden wieder manuell hochgezogen werden, das Uhrwerk sozusagen „aufgezogen“. Da die Linse aus vier Segmenten besteht, musste die Linsengruppe alle 20s einmal rotieren um die Blitze alle 5 Sekunden zu erzeugen. Die Lichtquelle wechselte übrigens vom Acetylengasbrenner zu einem Petroleum-Glühstrumpfbrenner bis hin zur elektrischen Versorgung im Jahre 1955, in dem auch das Uhrwerk durch einen Motor ersetzt wurde. Schließlich diente eine Natriumdampflampe mit 250W und 300.000 Candela zur Sicherheit der Seefahrer.

Erst 1965 wurde der Lyngvig Fyr automatisiert- in dem Jahr ging der letzte Leuchtturmwärter Nedergård in den Ruhestand. 2011 wurde die Leuchtfunktion durch ein LED-basiertes Signalfeuer ersetzt, das vorne Richtung Meer am Geländer angebracht ist. Durch den Einsatz des Fördervereins „Støtteforeningen Lyngvig Fyrs Venner“ konnte aber das alte Leuchtfeuer mit neuem Lager kurz vor Weihnachten 2013 wieder in Betrieb gehen! Alleine der Leuchtturm ist den Besuch wert, aber auch die umliegende Natur – ein 300ha großes Naturschutzgebiet – ist (nicht nur von oben betrachtet) einige Spaziergänge wert. Die Dünen sind hier übrigens die höchsten von Holmsland Klit.

Das alte Leuchtturmwärter-Haus ist zur Ausstellung und gemütlichem Café und Shop umgebaut. Die Ausstellung, die sich durch den zweiten Teil des langgestreckten Hauses zieht, berichtet über das historische Badeerlebnis an der Nordseeküste bei Holmsland Klit.

Wer beim überaus freundlichen Personal einen Kaffee (mit kostenfreier Nachfüllung) und eventuell etwas zum Knabbern erstanden hat, kann sich vor dem Haus mit bestem Blick auf den Leuchtturm gemütlich niederlassen. Im Winter sind auch im Haus einige Tische zu finden.

Der Gemütlichkeit zuträglich sind auch die ausgiebigen Spielmöglichkeiten hinter und neben dem Haus, welche die Kinder einige Zeit beschäftigen können. Im Shop finden sich neben geschmackvollen Mitbringseln auch einiges an Retroartikeln und sogar einige antike Stücke.




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